28.07.2021

Lust erleben und Schmerzen vermeiden – das Rezept zum glücklich sein?

Kennen Sie das unangenehme Gefühl, wenn Sie Hunger oder Durst verspüren? In der Regel entscheiden wir uns schnell, etwas zu essen oder trinken, um diesen „Schmerz“ zu beseitigen. Lusttheoretiker und Hedonisten beschreiben das, was uns Menschen antreibt, mithilfe einer Bilanz zwischen Lust und Schmerz. Schaffen wir einen Ausgleich dieser Bilanz, gehe es uns gut. Dementsprechend sei das Verhalten des Menschen in hohem Maß durch das „sich gut fühlen wollen“ sowie der Vermeidung von „sich schlecht fühlen“ bestimmt. Die Natur bringe uns durch Lust und Schmerz dazu, das zu tun, was für unsere Gesundheit wie unser Überleben notwendig ist.

Lust erleben und Schmerzen vermeiden – das Rezept zum glücklich sein?

Funktioniert das tatsächlich so einfach und pauschal? Kann diese Theorie für mich als Menschen persönlich und gleichzeitig für meine Rollen und mein Umfeld nutzbar gemacht werden? In seinem Buch „Das Reiss Motivation Profile® - was motiviert uns“, welches im Jahr 2013 erschienen ist, beschreibt Steven Reiss dieses Lustprinzip – und weist es gleichzeitig als ungültig zurück. „Wenn wir bekommen, was wir wollen, ist Lust das Nebenprodukt. Es ist eben nicht das Ziel unseres Bedürfnisses.“ Laut Reiss beeinflusst Lust und Schmerz unser Verhalten nicht annähernd so stark, wie dies von manchen Psychologen angenommen werde.

Aber wenn die Lustempfindung sowie die Schmerzvermeidung nicht ausschlaggebend für unser Verhalten und unseren Antrieb sind – was ist es dann? Genau diese Überlegungen und Fragen haben Steven Reiss motiviert. Schlussendlich haben sie dazu geführt, dass wir heute eine Antwort darauf haben und diese für uns und andere nutzen können.  

Die Bedürfnistheorie mit ihren 16 Lebensmotiven

  • Anerkennung: das Bedürfnis nach positivem Selbstwert
  • Neugier: das Bedürfnis nach Wissen und Wahrheit
  • Essen: das Bedürfnis nach Nahrung
  • Familie: das Bedürfnis nach Elternschaft und Zusammensein mit Geschwistern
  • Ehre: das Bedürfnis nach moralischen Prinzipien zu leben
  • Idealismus: das Bedürfnis nach sozialer Gerechtigkeit
  • Unabhängigkeit: das Bedürfnis nach Eigenständigkeit und Autarkie
  • Ordnung: das Bedürfnis nach Struktur
  • Körperliche Aktivität: das Bedürfnis nach körperlicher Fitness
  • Macht: das Bedürfnis nach Einfluss oder Führung
  • Eros: das Bedürfnis nach Schönheit und Sex
  • Sparen: das Bedürfnis zu sammeln
  • Beziehungen: das Bedürfnis nach Freundschaft
  • Status: das Bedürfnis nach Respekt der gesellschaftlichen Stellung
  • Ruhe: das Bedürfnis nach Sicherheit
  • Rache: das Bedürfnis nach Vergeltung

Wie unterscheidet sich seine Theorie denn nun?

Im Grunde genommen beruhen die 16 Lebensmotive auf unseren Zielen, nicht auf unseren Gefühlen. Jeder Mensch strebt nach genau diesen 16 universellen Zielen, wobei die entsprechende Stärke der Ausprägung jeweils individuell ist. Die Lebensmotive lassen uns Streben, sie treiben uns an und die Erreichung der Ziele motiviert uns, macht uns glücklich und lässt uns Sinn erleben. Einzigartig macht uns dabei die unterschiedliche Ausprägung – sprich, wie stark oder schwach wir die jeweiligen Motive anstreben.

Die individuelle Bauanleitung zum persönlichen Werteglück
Wir bekommen also mit den 16 Lebensmotiven eine individuelle Bauanleitung zum persönlichen Werteglück. Gelingt es uns, die Lebensmotive in der richtigen Intensität leben zu können – erfahren wir Sinn, Lust, positive Emotionen und können unsere Persönlichkeiten authentisch in den Rollen, Jobs, Situationen, Beziehungen etc. gestalten und ausleben.

Wie äußern sich die Lebensmotive? – ein paar Beispiele

„Ich persönlich strebe nach Beziehungen, im Abgleich mit der Norm sehr stark. Dadurch weiß ich, dass ich um ein Vielfaches mehr und öfter Freundschaften suche, in Kontakt gehe und stehen will, als dies in der Norm der Fall ist. Ich gehöre zu den 2-3% der Menschen, welche eigentlichen ständig Kontakt brauchen. Somit kann ich so weit gehen, dass sich mein „Motiviert-Sein“ an dem Erfüllungsgrad dieses einen Motivs ablesen bzw. steuern lässt. Ich habe es also in der Hand – wie gestalte ich meinen Alltag? Wen treffe ich? In welchen Projekten ist die Chance auf Kontakt gegeben?“

„Das Streben nach Körperlicher Aktivität ist bei mir sehr gering ausgeprägt. Bin ich nun ein Gefangener und kann nie Lust und Freude an der Bewegung erleben? Macht mir nur das Rumsitzen wie das körperlich-inaktive Spaß? Bezogen auf den inneren Impuls: Ja. Versuche ich Sport zu treiben und dabei die Essenz des "meinen Körper in Bewegung spüren" als Motivator auszuleben, gelingt mir das – gelinde gesagt – sehr schlecht und ich breche ab. So geht es mir, wenn ich mich an meine Versuche erinnere, alleine Joggen zu gehen... Nehme ich aber Sport-Machen als ein Mittel zum Zweck, um mich mit neuen Leuten oder Freunden zu treffen und gemeinsam etwas zu unternehmen, bin ich an Board. Ganz so einfach geht das natürlich nicht immer – aber es zeigt die Strategie auf.“

Wie erreiche ich meinen Wohlfühlpunkt?

Wir sind wieder bei einer Bilanz angelangt: Doch nun geht es um das Erreichen oder Erfüllen einer individuellen Intensität, also eines Wohlfühlpunktes. Und das pro Lebensmotiv. Je besser ich meine Tätigkeiten, meine Rollen und mein Verhalten auf meine Lebensmotive und ihre Ausprägung bzw. Intensität abgleichen kann, umso leichter fällt es mir, umso motivierter bin ich, umso schneller kann und will ich performen.

Der Weg zum Werteglück führt also über allgemein gültige Ziele und deren individuelle Ausprägung wie der Passung dieser zu meinem Alltag, meinem Leben, meinem Verhalten.

Lebensmotive und deren individuelle Ausprägung bzw. Intensität können bei 20% der Menschen im Vergleich zur Norm sehr stark oder sehr gering ausgeprägt sein. Man kann hier teilweise auch von "extremen" Ausprägungen ausgehen.
Dementsprechend will und generiere ich viel mehr oder viel weniger Aufwand als jeder andere dieses Ziels oder Lebensmotivs. Dies kann im Alltag einige Herausforderungen mit sich bringen – gerade im zwischenmenschlichen Bereich.

Es gibt keine guten, richtigen oder falschen Motivprofile – nur ihr eigenes, ihr persönliches Rezept zum glücklich sein.


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  • Wie bekomme ich mein persönliches Profil
  • Einen Überblick über die Lebensmotive
  • Eine vertiefende Einführung
  • Die Wissenschaftlichkeit des RMP
  • Literaturhinweise


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